22. Vienna Economic Forum – Vienna Future Dialogue 2025
"Economy Meets Politics: Strengthening the European Voice"

Das 22. Vienna Economic Forum – Vienna Future Dialogue 2025 fand am Montag, 17. November 2025, unter der Patronage von H.E. Dr. Christian Stocker, Bundeskanzler der Republik Österreich und Patron von Vienna Economic Forum, in der Raiffeisen Bank International, Wien, statt.
Hochrangige Vertreter der VEF-Mitgliedsländer, europäischer und internationaler Institutionen sowie hochrangige Vertreter der Wirtschaft aus den VEF-Ländern, Europa und weltweit trafen sich unter dem Motto „Economy Meets Politics: Strengthening the European Voice“.
In ihren Eröffnungsworten hieß die Gründerin und Generalsekretärin des Vienna Economic Forum, Botschafterin a.D. Dr. Elena Kirtcheva, die Teilnehmer des 22. Vienna Economic Forum willkommen und erinnerte an die Gründung des Forums im Jahr 2004 am selben Veranstaltungsort. Sie betonte, dass Vienna Economic Forum (VEF) als pro-europäische Plattform mit Sitz in Wien gegründet wurde, auf der „Wirtschaft auf Politik trifft“, mit dem Ziel, die Entwicklung der regionalen Wirtschaft auf ihrem europäischen Weg zu unterstützen und Stabilität in der gesamten VEF-Region, definiert als „die Region vom Adriatischen bis zum Schwarzen Meer“, zu fördern.
Die Generalsekretärin hob zudem hervor, dass sich Vienna Economic Forum in mehr als zwei Jahrzehnten zu einer bekannten und hoch anerkannten regionalen und europäischen Plattform entwickelt hat, die zur Konsolidierung der regionalen Wirtschaft als Teil der europäischen und globalen Wirtschaft sowie zur Verbesserung des Investitionsklimas beiträgt. Unterstreichend, dass die regionale Wirtschaft ein immanenter Bestandteil der europäischen und globalen Wirtschaft ist, rief sie angesichts tiefgreifender geopolitischer, wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen zur Stärkung einer gemeinsamen europäischen Vision auf.
Die Generalsekretärin sprach Raiffeisen Bank International ihre Wertschätzung als Gründungsmitglied – damals Raiffeisen Zentralbank (RZB) – und langjährigen Partner von Vienna Economic Forum aus. Abschließend ermutigte sie alle Mitgliedsländer, aktiv zu einem starken und geeinten Europa beizutragen, und griff dabei das Motto von Raiffeisen Bank International auf: „Make it happen“.
In seinen Begrüßungsworten erinnerte der Präsident des Vienna Economic Forum und Direktor der Diplomatischen Akademie Wien / Vienna School of International Studies, Botschafter a.D. Dr. Emil Brix, an das Versprechen der EU-Erweiterung für den Westbalkan im Jahr 2003 in Thessaloniki. Während er anerkennend feststellte, dass der Erweiterungsprozess mehr als zwei Jahrzehnte später weiterhin komplex und unvollständig ist, betonte er, dass Europa wachsen und seine Fähigkeit stärken müsse, in einem sich wandelnden geopolitischen Umfeld eigenständig zu bestehen.
Er unterstrich, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit unabhängig von politischen Herausforderungen der zentrale und wirksamste Motor für Integration, Stabilität und Vertrauen bleibt. Wohlstand, Sicherheit und Frieden seien nur durch eine starke wirtschaftliche Zusammenarbeit erreichbar. Dr. Brix plädierte daher für einen anhaltenden Fokus auf wirtschaftliche Chancen als Grundlage für eine künftige EU-Erweiterung.
In seinen Begrüßungsworten reflektierte Dr. Johann Strobl, CEO der Raiffeisen Bank International AG, über mehr als zwei Jahrzehnte Fortschritte in der Region und hob transformative Entwicklungen hervor, die sowohl lokale Gemeinschaften als auch Europa insgesamt gestärkt haben. Diese Entwicklungen zeigten das Potenzial jener Länder, die noch eine EU-Mitgliedschaft anstreben, und böten zugleich Hoffnung und ein Modell für wirtschaftliche und politische Integration.
Er erläuterte das Motto „Make it happen“ als Ausdruck des Engagements der Bank, Menschen, Unternehmen und Volkswirtschaften auch unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aktiv zu unterstützen. Konsequentes Engagement – sowohl vor Ort als auch in Brüssel – sei entscheidend, um regionale Integration voranzubringen und Vertrauen, Wohlstand und Stabilität zu fördern. Dr. Strobl bekräftigte abschließend die gemeinsame Verantwortung aller Akteure für den Aufbau starker wirtschaftlicher Grundlagen und eines geeinten, widerstandsfähigen Europas.
Die Moderatorin, Frau Daniela Philipp, kündigte anschließend die Podiumsdiskussion zum Thema „Strategische Auswirkungen auf die europäische Energiewirtschaft“ an und lud Dr. Severin Gruber, Generalsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus der Republik Österreich, zur Einführung ein.
In seinen einleitenden Worten betonte Dr. Gruber, dass Geopolitik die europäische Wirtschafts- und Energiepolitik zunehmend prägt und wettbewerbsfähige Energiepreise entscheidend für die Attraktivität Europas als Wirtschaftsstandort sind. Europa müsse Energiesicherheit, Dekarbonisierung, Resilienz und Kosten in Einklang bringen. Bezahlbare, erneuerbare und unabhängige Energie könne nur durch realistische Abwägungen, einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und eine starke Infrastruktur erreicht werden. Er rief zu größerer strategischer Klarheit darüber auf, welche Industrien tatsächlich kritisch sind, und hob hervor, dass Infrastruktur – insbesondere Energie- und Verkehrsnetze – Vorrang haben sollte. Europas Energie- und Industriepolitik erfordere laufende Anpassungen, da es keine endgültige Lösung gebe.
Herr Ivo Prokopiev, Gründer und CEO der Renalfa IPP GmbH, erklärte, dass für private Investoren kein Widerspruch mehr zwischen leistbarer Energie, Energiesicherheit und Energieunabhängigkeit besteht, da erneuerbare Energien zur günstigsten Energiequelle Europas geworden sind. Batterietechnologien seien ein entscheidender Enabler für hohe Anteile erneuerbarer Energien und ein flexibles Energiesystem. Anstatt mit China über Größe und Kosten zu konkurrieren, solle Europa auf Innovation und frühe Umsetzung setzen. Gleichzeitig kritisierte er politische Inkonsistenzen in Europa, die Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Kosten und regulatorische Hürden beeinträchtigen. Die Fragmentierung des europäischen Binnenmarktes bremse Investitionen und Großprojekte; deren Beseitigung sei essenziell.
Herr Manuel Mahler-Hutter, Geschäftsführer der Wien Energie International GmbH, erläuterte, dass Wien nicht über ausreichend Flächen für großskalige erneuerbare Energieerzeugung verfügt und regionale Kooperation daher unverzichtbar ist. Er betonte Investitionen in Erzeugung außerhalb der Stadt sowie in Netzinfrastruktur und Speicher. Besonders positive Investitionsbedingungen bestünden in den Ländern der VEF-Region, insbesondere im Solarbereich. Die EU-Erweiterung, vor allem im Westbalkan, sei strategisch entscheidend, um Investitionen zu ermöglichen und Abhängigkeiten von nicht-europäischen Akteuren zu vermeiden. Wasserstoff spiele eine wichtige Rolle für langfristige Dekarbonisierung und saisonale Speicherung.
Herr Konstantin Ivanov, Executive Director und Head of Energy & Utilities der Raiffeisen Bank International AG, hob hervor, dass Europas Energiewende starke staatliche Unterstützung und den Fokus auf die gesamten Energiekosten in der industriellen Produktion erfordert. Effiziente Kapitalallokation, marktorientierte Instrumente und gut vernetzte Stromnetze seien entscheidend. In vielen osteuropäischen Ländern sei der Netzausbau noch reaktiv. Chinesische Komponenten seien insbesondere im Solarbereich weit verbreitet und akzeptiert, während europäische Produktion mit höheren Kosten verbunden sei.
Die Moderatorin kündigte anschließend die 2. Session an: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Stärkung der regionalen Wirtschaft und ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf dem gemeinsamen europäischen Weg“, und lud S.E. Botschafter a.D. Dr. Harald Stranzl, Leiter einer Abteilung im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, zu seinen Grußworten ein.
In seiner Ansprache hob S.E. Dr. Stranzl die tiefgreifende Transformation Mittel-, Ost- und Südosteuropas seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hervor und verwies zugleich auf die wachsenden Belastungen durch geopolitische Spannungen, den Krieg in der Ukraine und wirtschaftliche Herausforderungen. Er betonte, dass die EU-Integration und -Erweiterung weiterhin die zentralen Anker für Stabilität, Investitionen und Rechtsstaatlichkeit darstellen, insbesondere für die Länder der VEF-Region.
Er verwies auf den EU-Wachstumsplan für die Westbalkanländer als konkreten Schritt, der frühe Integrationsvorteile liefert und Reformen unterstützt. Mit Blick auf die Ukraine beschrieb er den Wiederaufbau als historisches Modernisierungsprojekt und bekräftigte Österreichs langfristiges Engagement. Dr. Stranzl schloss mit der Feststellung, dass künftige Konvergenz von Innovation, Energiesicherheit, Fachkräften, Vernetzung und starken Partnerschaften abhängt, um ein widerstandsfähiges und geeintes Europa zu gewährleisten.
In der Podiumsdiskussion eröffnete Mag. Harald Riener, Vorstandsmitglied der Vienna Insurance Group AD (VIG) und Kooperationspartner des Vienna Economic Forum (VEF), und betonte, dass die Zukunft der Ukraine von Resilienz, Innovation und nachhaltiger Unterstützung durch Individuen und Unternehmen abhänge. Er warnte, dass Europa Gefahr laufe, zurückzufallen, wenn es nach innen blickt, während globale Wettbewerber rasch agieren, und wies auf den schrumpfenden Anteil des Kontinents an der Weltwirtschaft hin. Hinsichtlich demografischer Herausforderungen argumentierte Mag. Riener, dass Alterung an sich kein Problem sei; Europa müsse vielmehr Optimismus fördern, Familien unterstützen und sich auf migrationsbedingte Bevölkerungsänderungen vorbereiten, um soziale und wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Für Ukraine und Europa insgesamt definierte er die zentrale Herausforderung als die Notwendigkeit von Weitblick, langfristigem Engagement und koordinierter Handlung, um Krisen zu bewältigen und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.
Frau Charlotte Ruhe, Geschäftsführerin für Zentral- und Südosteuropa bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), hob das starke Engagement der Bank für Zentral- und Südosteuropa, einschließlich der Ukraine, hervor, mit Investitionen von über 8 Milliarden Euro seit Kriegsbeginn. Sie betonte die Resilienz durch transformative Projekte – von Energie-Interkonnektoren zwischen mehreren Ländern bis hin zu kritischer Verkehrsinfrastruktur – und zeigte Bestrebungen, regionale Börsen zu integrieren, um Investitionen und Vernetzung zu fördern. Frau Ruhe unterstrich, dass die EU-Mitgliedschaft weiterhin das Ziel für Länder wie Montenegro und Albanien sei, während Reformen in Rechtsstaatlichkeit, Energie-Governance und erneuerbaren Energien fortgesetzt werden. Auf die Frage, ob Europa eine Krise benötige, um Veränderungen voranzutreiben, wies sie darauf hin, dass hohe Energiekosten zwar erste Maßnahmen ausgelöst hätten, das Momentum jedoch unzureichend bleibe, insbesondere bei Energieeffizienz. Zudem äußerte sie Bedenken hinsichtlich des Green Deals und dem Risiko für Europas Automobilsektor, falls Innovation und Übergang zur Elektromobilität nicht beschleunigt würden. Insgesamt stellte Frau Ruhe die EBRD als verlässlichen Partner dar, der langfristige Investitionen, Integration und nachhaltiges Wachstum fördert, um Europas Zukunft zu stärken.
Mag. Ekkehart Stremitzer, Geschäftsführer der AME International GmbH und Kooperationspartner des VEF, beleuchtete die Rolle des Gesundheitswesens als strategische Säule europäischer Souveränität. Er hob Herausforderungen in der Region hervor – von Fachkräftemangel und alternder Bevölkerung in Osteuropa bis hin zu Effizienzbedarf im Westen – und betonte, dass Digitalisierung und KI zusammen mit strategischer Planung, Innovation und starken Partnerschaften entscheidend für die Modernisierung des Gesundheitswesens und die Stärkung der Resilienz seien. Anhand von Projekten in Albanien und Moldawien zeigte er, wie IT-Netzwerke, moderne Ausstattung und Schulungen Gesundheitssysteme stärken können. Gleichzeitig kritisierte er Europas langsame Entscheidungsprozesse und warnte, dass unvorbereitete Migrationsströme die Gesundheitssysteme belasten und erhebliche Investitionen in Ausbildung und Integration erfordern könnten. Er fasste Gesundheit, Planung und Innovation als essenziell für Europas langfristige Stärke und Stabilität zusammen.
Frau Dragijana Radonjić-Petrović, Vizepräsidentin, Serbian Association of Economists, und Kooperationspartnerin des VEF, sprach über Serbiens Herausforderungen durch raschen technologischen Wandel, geopolitische Spannungen und globalen Wettbewerb. Sie betonte, dass der Mangel an jungen, qualifizierten Talenten und die alternde Bevölkerung die Stabilität und das Wachstum gefährden. In Anlehnung an frühere Ausführungen zu Gesundheit und Humankapital unterstrich sie, dass Innovation Forschung und Industrie verbinden und durch strategische Langzeitplanung unterstützt werden müsse. Sie wies zudem auf infrastrukturelle Lücken, Ineffizienzen an Grenzen und Energiebedarf hin, die die Wettbewerbsfähigkeit hemmen, und forderte eine bessere regionale Vernetzung. Hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit stimmte sie mit Herrn Krepak überein, dass Bildung praxisnah sein und eng mit Start-ups sowie der Industrie verknüpft werden müsse, um Fachkräfte zur sofortigen Leistungsfähigkeit zu befähigen. Starke berufliche Netzwerke und Zusammenarbeit seien entscheidend für Unternehmenswachstum und Wertschöpfung. Letztlich stellte Frau Radonjić-Petrović die Investition in Humankapital als entscheidende Kraft dar, die es Serbien und den VEF-Ländern ermöglicht, sich nicht nur anzupassen, sondern global führend zu sein.
Herr Dmytro Krepak, MBA, Vorstandsmitglied von BC Moldindconbank SA und Kooperationspartner des VEF, betonte die starken Grundlagen Moldawiens, darunter eine lebendige Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Achtung des Privateigentums und wirtschaftsfreundliche Politik. Er wies auf die wachsende Integration mit Europa durch Initiativen wie die Synchronisation des Stromnetzes, SEPA-Mitgliedschaft und grenzüberschreitende Mobilfunkdienste hin und hob gleichzeitig die vorsichtige Wirtschaftspolitik und niedrige Staatsverschuldung hervor. Zu den Herausforderungen Europas, wie Alterung, Arbeitsmigration und regionalem Rückstand, argumentierte er, dass Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sei: ärmere Regionen müssten aktiv Unternehmen anziehen, halten und wachsen lassen, unter anderem durch weniger Regulierung, flexible Arbeitsmärkte und klare Anreize, wobei er das Beispiel von South Carolina für BMW anführte. Hinsichtlich der Fachkräftesicherung in Südosteuropa betonte er, dass übermäßige Einschränkungen Kreativität und Humankapital verschwenden, während Deregulierung Handlungsspielräume schafft, Informalität reduziert und Transparenz stärkt. Er schloss, dass die Beseitigung unnötiger Hindernisse wesentlich für Produktivität, Rechtsstaatlichkeit und nachhaltiges Wachstum sei.
Herr Ivailo Izvorski, Chefökonom für Europa und Zentralasien bei der Weltbank, unterstrich, dass die Zukunft der westbalkanischen Volkswirtschaften – wie Serbien, Nordmazedonien, Montenegro und Albanien – eng mit der Europäischen Union verbunden sei, die rund 70 % ihrer Exporte absorbiert und den Großteil der Auslandsinvestitionen bereitstellt. Angesichts des langsamen Wachstums der EU, hoher Energiepreise und rückständiger Innovation hänge der Fortschritt der Region sowohl von innerstaatlichen Reformen als auch von einem dynamischeren Europa ab. Herr Izvorski nannte drei Prioritäten: stärkere Humankapitalentwicklung durch bessere Bildung, dynamischere Unternehmen durch Innovation und Wettbewerb sowie bezahlbare, sichere Energie, die in globale Märkte integriert ist. Er betonte zudem, dass Wirtschaftswachstum und Rechtsstaatlichkeit sich gegenseitig verstärken und die Verbesserung der Binnenbedingungen entscheidend für die Fachkräfterückkehr sei.
Aufbauend auf der Diskussion zu Bildung, Fachkräftebindung und regionaler Entwicklung stellte Botschafterin Dr. Elena Kirtcheva eine konkrete Initiative vor: Im Juni letzten Jahres gründete das VEF die „League of Universities“, mit Beteiligung von Institutionen aus Sofia, Chișinău und Slowenien, um Zusammenarbeit und Innovation zu fördern. Sie betonte, dass die Liga offen für weitere Universitäten ist und Europas zentrale Herausforderungen in Bildung und Arbeitsmarkt proaktiv angeht, um Kompetenzentwicklung, Mobilität und regionale Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.
Die Moderatorin kündigte anschließend die 3. Alpha-Session an: „Stärkung der europäischen Stimme vom Adriatischen bis zum Schwarzen Meer und darüber hinaus“.
S.E. Herr Nik Gjeloshaj, Deputy Prime Minister for Economic Policy Minister of Economic Development of Montenegro, betonte, dass die VEF-Region „vom Adriatischen bis zum Schwarzen Meer“, mit dem aktiven Mitwirken Montenegros, Europas einheitliche Präsenz durch vertiefte regionale Kooperation und beschleunigte EU-Integration stärken könne. Er unterstrich, dass Europa mit einer starken Stimme handeln müsse, um wirtschaftliche und politische Maßnahmen abzustimmen und als glaubwürdiger globaler Akteur zu bestehen. Montenegro, EU-Beitrittskandidat mit Ziel 2028, betrachtet Erweiterung als Instrument für Transformation und regionale Stabilität. Herr Gjeloshaj hob die Bedeutung guter nachbarlicher Beziehungen und Initiativen wie den Berliner Prozess hervor, um Vertrauen und wirtschaftliche Vernetzung auf dem Westbalkan zu fördern. Er schloss, dass Montenegros Zukunft – und die der VEF-Region – fest in einem geeinten Europa liege, das gemeinsam spricht und handelt.
S.E. Herr Aleksandar Nikoloski, Deputy President of the Government and Minister of Transport of the Republic of North Macedonia, hob Infrastruktur als Rückgrat des Wirtschaftswachstums und der regionalen Integration seines Landes hervor. Er betonte die strategische Lage Nordmazedoniens an den Kreuzungen wichtiger europäischer Korridore und stellte Projekte vor, die Adriatisches, Ionisches und Schwarzes Meer verbinden, um Reise-, Handels- und Grenzeffizienz zu verbessern. Besonders wichtig sei die Skopje–Sofia-Bahn, Teil des NATO-Korridors 8, für regionale Sicherheit und Unterstützung der Ukraine. Er verband diese Investitionen mit breiterer regionaler Kooperation, um zu zeigen, wie moderne Vernetzung Wirtschaftswachstum fördert, Stabilität stärkt und Europas Einheit unterstreicht.
Frau Natalia Selevestru, Secretary of State for Business Environment Ministry of Economic Development and Digitalisation of the Republic of Moldovas, betonte, dass strategische Lage, qualifizierte Arbeitskräfte und EU-gestützte Reformen Moldawiens entscheidend für Investitionen und Wachstum seien. Sie hob Fortschritte in digitaler Verwaltung, Innovation, Gleichstellung und Unternehmensreformen hervor und präsentierte Initiativen wie Digital Moldova, Aggrotech- und High-Tech-Innovationsparks als Plattformen für Start-ups, Forschung und Technologietransfer. Sie unterstrich zudem die Bedeutung von Vernetzung, EU-Integration und Exportwachstum zur Stärkung Moldawiens im europäischen Binnenmarkt. In der Diskussion betonte sie die Rolle von Bildung und Fachkräftebindung durch neue Fakultäten, digitale Werkzeuge, Acceleratoren und Inkubatoren und stellte heraus, dass die größte Stärke Moldawiens in seinen Menschen und seiner Offenheit liege, wodurch das Land zu einem aufstrebenden Zentrum für Investition, Innovation und Europas Zukunft werde.
Dr. Sebastián Sosa, Regionalvertreter für den Westbalkan beim Internationalen Währungsfonds (IWF), wies darauf hin, dass die VEF-Region seit der Pandemie Resilienz und Wachstum über dem EU-Durchschnitt gezeigt habe, die Einkommenskonvergenz jedoch aufgrund struktureller Defizite und Jugendabwanderung begrenzt bleibe. Er argumentierte, dass der EU-Beitritt historische Chancen für Investitionen, Technologie und Reformen biete, aber keine automatischen Vorteile garantiere – ambitionierte Reformen in Governance, Infrastruktur und Wirtschaft seien essenziell. Stärkere Institutionen würden das Geschäftsklima verbessern, Abwanderung verlangsamen und Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU erhöhen. Herr Sosa betonte, dass Europas beste Reaktion auf globale Handelskonflikte Offenheit und tiefere Integration sei, wobei der Binnenmarkt Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Einfluss stärke.
Mag. Frank Schuster, Leiter der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Österreich, hob Europas starkes Innovationspotenzial hervor, insbesondere in sauberen Technologien, wies jedoch auf fragmentierte Regulierung und begrenzte Risikofinanzierung hin, die das Wachstum von Start-ups erschweren. Er betonte, dass Europa Abhängigkeiten von ausländischer Energie und Produktion verringern, den Binnenmarkt stärken und tiefere Integration anstreben müsse, wobei die EU-Erweiterung, insbesondere des Westbalkans, Vertrauen signalisiere und langfristiges Wachstum unterstütze. Mag. Schuster verwies zudem auf den wachsenden Private-Equity-Markt als wichtiges Instrument zur Skalierung von Unternehmen und betonte die Bedeutung sichtbarer Erfolgsgeschichten und unterstützender Politik, um Investitionen anzuziehen und Europas wirtschaftliches Potenzial freizusetzen.
Botschafter Dr. Emil Brix, Präsident des Vienna Economic Forum, unterschied zwischen EU-Erweiterung und Wiedervereinigung: Der Beitritt zur Union bedeute die Akzeptanz ihrer Regeln, während Wiedervereinigung gleiche Einflussnahme voraussetze. Er wies darauf hin, dass Beitrittskandidaten meist eager seien, bestehende Mitglieder sich jedoch oft mehr auf eigene Vorteile als auf Beiträge konzentrierten. Dieses Ungleichgewicht spiegele sich in Europas Fragmentierung in Verteidigung, Bildung und Sozialwesen wider und begrenze wirtschaftliches und strategisches Potenzial. In der Hochschulbildung hob Dr. Brix hervor, dass leistungsbezogene Finanzierung ältere westliche Universitäten bevorzuge, regionale Einrichtungen unterfinanziert seien und Fachkräftebindung ein drängendes Problem darstelle. Er schloss, dass ohne gemeinsame Vision die EU-Bemühungen isoliert bleiben könnten – „Räder bewegen sich, berühren aber den Boden nicht“ – und unterstrich die Notwendigkeit gemeinsamer Ziele, um Aktivität in greifbaren Fortschritt zu verwandeln.
Abschließend hob Botschafterin a.D. Dr. Elena Kirtcheva die strategische Bedeutung der VEF-Region hervor, verwies auf infrastrukturelle Schlüsselprojekte sowie auf das Netzwerk der Universitäten der VEF-Region – From the Adriatic to the Black Sea, und betonte die zentrale Rolle von Bildung und Mentalitätswandel für nachhaltigen Fortschritt.
Das 22. Vienna Economic Forum endete mit der traditionellen Jahrespreisverleihung. Der Vienna Economic Forum Award „Country Partner of the Year 2025“ wurde der Republik Moldau verliehen und von I.E. Frau Natalia Selevestru entgegengenommen.
Die Europäische Investitionsbank (EIB), vertreten durch Mag. Frank Schuster, erhielt den VEF Award „Supporting Partner of the Year 2025“.
Vienna Economic Forum (VEF) wurde als Plattform für Dialog und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern der VEF-Region „From the Adriatic to the Black Sea“ gegründet. In mehr als zwei Jahrzehnten hat sich VEF zu einer Plattform für Integration, Innovation und Partnerschaft entwickelt. Das 22. Vienna Economic Forum – Vienna Future Dialogue 2025 verdeutlicht die Notwendigkeit einer vertieften wirtschaftlichen Zusammenarbeit der VEF-Mitgliedsländer für eine sichere und prosperierende europäische Zukunft.
Vienna Economic Forum dankt den Kooperationspartern:
AME International GmbH, Bulgarkontrola LTD, Canon, enso GmbH, Glavbolgarstroy Holding AD, Chamber of Economy of Montenegro, Moldindconbank, Municipal Guarantee Fund of Sofia Municipality, Novomatic AG, Serbian Association of Economists, Sopharma AG, Steiermärkische Bank und Sparkassen AG, Vienna Insurance Group AG
Besonderer Dank an:
European Investment Bank (EIB), Moldindconbank, Vienna Insurance Group AG, Penkov, Markov & Partners, Serbian Association of Economists
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